Flug überbucht

Überbuchte Flüge: Lösungen für ein gefürchtetes Szenario

Oft erscheinen nicht alle Personen, die ein Ticket erworben haben, auch tatsächlich zum Flug. Viele Airlines kalkulieren dies ein und verkaufen für bestimmte Flüge mehr Tickets, als das Flugzeug Sitzplätze hat. So kann es passieren, dass einige Passagiere nicht mehr in das Flugzeug gelassen werden, da bereits alle Plätze belegt sind. Ist ein Flug überbucht, ist dies eine unangenehme Situation für Reisende. Im Fall des Falles gilt es einige Dinge zu beachten.

Das passiert bei überbuchten Flügen

Fluggastrechte

Wenn ein Flug überbucht ist, fragt die Airline unter den Fluggästen zunächst nach Personen, die freiwillig den nächsten Flug nehmen. Dies ist meist mit Entschädigungen verbunden, wie zum Beispiel ein Flug-Upgrade in eine höhere Klasse oder Übernahme von Hotelrechnungen, falls am selben Tag auf der Linie kein Flug mehr startet. Finden sich keine oder nicht genügend Freiwillige, entscheidet die Fluggesellschaft, wer vorerst am Boden bleiben muss (beispielsweise diejenigen Personen, die sich zuletzt am Check-in eingefunden haben). Hier kann es theoretisch jeden treffen; üblicherweise jedoch werden Vielflieger der Airline, mobilitätseingeschränkte Personen und deren Begleiter, Familien mit Kindern sowie Passagiere, die ein Extra (z. B. Priority Boarding) gebucht haben, bevorzugt sofort mit auf den Flug genommen.

Flug überbucht
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Das Risiko, im Falle einer Überbuchung am Boden bleiben zu müssen, lässt sich minimieren.

Entschädigungen

Genau wie Fluggästen, die freiwillig einen späteren Flug nehmen, stehen auch allen anderen Entschädigungen zu. Die Airlines haben dazu eigene Regelungen; das Gesetz schreibt gewisse Mindeststandards vor. So muss bei einer Verzögerung von mehr als zwei Stunden die Verpflegung am Flughafen gezahlt werden; bei Umbuchungen auf den Folgetag muss die Airline für Hotelkosten (inklusive Transfer) aufkommen. Ist abzusehen, dass die Ankunft am Zielort mehr als drei Stunden verspätet erfolgt, muss eine Ausgleichszahlung, die sich an der Flugdistanz orientiert, geleistet werden. Wichtig ist hierbei, dass sich Fluggäste trotz der Verzögerungen rechtzeitig am Check-in eingefunden haben. Sollte der Flug, auf den der Passagier umgebucht wurde, mehr als fünf Stunden später als der eigentliche Flug am Ziel ankommen, gibt es die Möglichkeit, den Flug zu stornieren und den Ticketpreis sowie die Ausgleichszahlung zu erhalten. Der Anspruch auf Entschädigung verjährt nach drei Jahren.

Vorbeugen

Das Risiko, im Falle einer Überbuchung am Boden bleiben zu müssen, lässt sich deutlich minimieren. So ist es beispielsweise von Vorteil, möglichst früh am Check-in zu sein. Auch eine Sitzplatzreservierung und Priority-Boarding sind bei den meisten Fluggesellschaften von Vorteil. Wer einer Überbuchung möglichst ganz aus dem Weg gehen möchte, sollte einen Flug zu einer eher weniger beliebten Zeit (etwa spät am Abend) wählen; somit sinkt das Risiko, dass der Flug überbucht ist.

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